Flucht vor dem Klimawandel

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Kameramann Francisco spielende Kinder im Matsch. Was spassig aussieht, birgt jedoch eine Menge Gefahren.

Mit bis zu 350 Millionen Klimaflüchtlingen rechnet die UN bis 2050 weltweit. Menschen verlieren ihre Lebensgrundlage – durch Klimawandel und andere Umwelteinflüsse.

Hilfsorganisationen schätzen die aktuelle Zahl der Klimaflüchtlinge weltweit auf mindestens 25 Millionen Menschen. Aufgrund von Naturkatastrophen, Wüstenbildung und Verkarstung fliehen mehr Menschen aus ihrer Heimat als wegen politischer Konflikte.

Dass Menschen in ihrer Heimat nicht mehr leben können, haben auch die westlichen Industriestaaten mit zu verantworten. Der Klimawandel sorgt für Dürren, steigende Meeresspiegel und Sturmfluten. Fruchtbares Land wird zweckentfremdet, Wasser den Bauern entzogen, Fischgründe ausgebeutet. „planet e.“ hat im Senegal und in Bangladesch nachgeforscht: Warum müssen Menschen ihre Heimat verlassen? Wo gehen sie hin – und welche Perspektiven haben sie?

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Oft endet die Flucht vor den Überschwemmungen in den Slums von Dhaka.

Koko Warner von der UN-Universität Bonn versucht genau das herauszufinden. Sie ist regelmäßig in Bangladesch vor Ort. Dort trifft sie Familien, die aus Überschwemmungsgebieten in die Slums der Hauptstadt gezogen sind. Diese Menschen haben es besonders schwer – weil sich verändernde Umweltbedingungen nicht als Asylgrund akzeptiert sind.

Überschwemmungen sind aber nicht nur ein Problem in Asien. Auch die Westküste Afrikas ist bedroht – so verschwinden im Senegal ganze Dörfer und Felder im Meer. Offiziell gilt der Senegal als „sicheres Herkunftsland“ – dabei haben die Menschen hier mit zahlreichen Problemen zu kämpfen, die nicht hausgemacht sind.

 

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Wenn der Drehort im Überschwemmungsgebiet Bangladeschs liegt, dann muss auch unser Kamerateam durch die Fluten waten.

Die Küstengewässer sind leergefischt, weil die Regierung die Fischereirechte an europäische und japanische Firmen verkauft hat, die mit riesigen Trawlern auf Fangzug gehen. Die zahlreichen Fischerdörfer sterben nach und nach aus. Riesige Ländereien werden an internationale Konzerne verpachtet – oft wird dann Öl produziert, ebenfalls für die Märkte der Industrienationen. Dabei wird der ganzen Umgebung Wasser entzogen. Kleinbauern sitzen auf ausgetrockneten Äckern und kämpfen um die letzten Brunnen. Menschen verlassen den Senegal – im letzten Jahr kamen rund 1000 Senegalesen nach Deutschland – dieses Jahr werden es deutlich mehr sein.

Die Reportage ist eine Kelvinfilm-Produktion.

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Parasiten, Moskitos, Fäkalien und Schlangen können sich in stehenden Gewässern befinden. Mediawok-Redakteurin Christina Grawe war im Auftrag von Kelvinfilm in Bangladesch unterwegs.

Bangkoks Schatztaucher

Im Chao Phraya in Bangkok suchen Flusstaucher mit selbst gebauter Tauchausrüstung nach antiquarischen Schätzen.

Hier Teaser anschauen: http://www.geo.de/GEO/geo-tv/bangkoks-schatztaucher-77422.html

Wie eine riesige Schlange windet sich der Chao Phraya-Fluss durch Bangkok, an seinen Ufern liegen die historischen Viertel der Hauptstadt mit ihren Tempeln und Palästen. Die Wasserader ist das Revier der Flusstaucher, die mit selbst gebauter Tauchausrüstung unter Wasser nach antiquarischen Schätzen suchen.

Somchai taucht vor stimmungsvoller Kulisse nach Schätzen in Bangkoks Chao Praya Fluss

Somchai taucht vor stimmungsvoller Kulisse nach Schätzen in Bangkoks Chao Praya Fluss

In Blickweite der glitzernden Bürotürme und Luxushotels der thailändischen Hauptstadt leben Bangkoks Flusstaucher in einer ländlichen Oase. Sie wohnen mit ihren Familien auf der Halbinsel Pra Pradaeng – dort, wo der mächtige Chao Phraya eine Schleife mitten durch die Stadt zieht. An seinen Ufern ließen sich schon vor Jahrhunderten Könige, europäische Handelshäuser und asiatische Zuwanderer nieder. Und so ist der Fluss heute eine unergründliche Schatztruhe. Zum Ende der Regenzeit, im Oktober, können die Taucher es wieder wagen, auf dem Grund des Chao Phraya nach Wertvollem zu suchen. Davor ist die Arbeit unter Wasser zu gefährlich, die Strömung ist zu stark und oft unberechenbar. 360° – GEO Reportage war bei aufregenden Tauchgängen mit an Bord.

Im schlammigen Bett von Thailands „Fluss der Könige“, dem Chao Phraya, liegen noch viele Schätze verborgen, da ist sich der Taucher Somchai Panthong sicher. Der 50jährige lebt davon, mitten in Bangkok Fundstücke aller Art – von Antiquitäten bis Altmetall – aus dem Fluss zu holen und zu verkaufen. Zusammen mit seinem Neffen Tding sucht er nach dem, was Händler, Mönche und Kriegsherren im Laufe der Jahrhunderte im Chao Phraya versenkt, verloren und versteckt haben. Tauchen können Somchai und Tding überall, wo Strömung und Wasserstand es zulassen. Ihr Revier erstreckt sich vom Norden Bangkoks über das Zentrum bis hin zum Hafen im Südwesten. Zum Ende der Regenzeit müssen sie sich allerdings auf geschützte Tauchstellen mit wenig Strömung beschränken – sonst riskieren sie ihr Leben. Doch auch die vielen Schiffe auf dem Chao Phraya, der eine von Bangkoks Hauptverkehrsadern ist, können den Tauchern gefährlich werden. Um sich mit ihrem kleinen Boot und dem selbstgebauten Equipment bemerkbar zu machen, hissen die Männer eine Flagge. Somchai Panthong braucht nun viel Glück, denn zu Beginn der Tauchsaison ist sein erspartes Geld weitgehend aufgebraucht. Was werden die wagemutigen Schatzsucher finden.

Online in der Mediathek ARTE+7

Cartoon hilft hochwassergeplagten Thais

Jahrhunderthochwasser in Thailand. Die Politiker sind überfordert, die  Medien geben ungenügende Informationen raus, und auch sonst weiß keiner so richtig was zu tun ist. Viele Menschen geraten in Panik und wissen einfach nicht, wie sie sich auf die drohende Katastrophe vorbereiten sollen.
Die Folge: Kilometerweise parkende Autos auf Highways, leergekaufte Supermärkte, wachsende Mauern und Sandsäcke in der Stadt … und zwischendrin, ratlose Bewohner.

Roosuflood: Ein großer, blauer Wal schwemmt in die Stadt

Roosuflood: Ein großer, blauer Wal überschwemmt die Stadt

Mit Kreativität und Wissen gegen die Flut

Um die Verwirrung aufzuklären, schufen an die zwanzig ehrenamtliche Künstler und Designer animierte Videos im Cartoon-Style. Die Wassermassen werden von großen Blauwalen symbolisiert. Unter dem Namen ”Roosuflood“ veröffentlichten sie erstmalig Ende Oktober einen Clip auf Youtube, der über eine Millionen Mal angesehen wurde. Es gibt neben praktischen Tipps auch Versuche, die Katastrophe zu erklären. Ein Thema über das sich Experten und Politiker uneins sind. Für die Kreativen von Roosuflood ist jedoch klar, es ist ein Umweltproblem: Zuviele Wälder wurden abgeholzt, zuviele Betonwüsten gebaut.

Die Gruppe hat sich in einem Bangkoker Hotel namens „Sivatel“ eingerichtet, wo sie sich derzeitig regelmässig zusammenfinden, um noch weitere Folgen zu produzieren.

Panische Bewohner tätigen Hamsterkäufe

Panische Bewohner tätigen Hamsterkäufe

Sprecherin von Roosuflood Warongporn Yamprasert erklärt: „Die Hauptquelle, die wir nutzen, ist das Internet. Wir telefonieren auch mit Organisationen, die sich mit der Flut befassen und auch der Fernsehkanal PBS hilft uns an neue Informationen zu kommen oder überprüft, das was wir an die Leute weitergeben.“

Die Thais sind sich einig: Diese Art der Aufklärung sehr hilfreichreich und zugleich unterhaltsam.

Die Videos von Roosuflood können Sie hier ansehen.

 

Bangkok in Angst

In der thailändischen Millionenmetropole Bangkok treibt die Angst vor dem Hochwasser im Oktober 2011 immer mehr Menschen in die Flucht. Die Behörden befürchten, dass die Innenstadt bald komplett unter Wasser stehen könnte. Einschätzungen von Alexander Grawe aus Bangkok.

 

Alexander Grawe für die SF Tagesschau

Alexander Grawe für die SF Tagesschau