Familie wiedervereint nach zehn Jahren Trennung durch den Tsunami

2004, Aceh Province, Indonesia: Der gewaltige Tsunami verwüstet ganze Landstriche und tötet Hunderttausende Menschen im Indischen Ozean. Das Schicksal der Menschen, die nie zurückkehrten ist bis heute unvergessen. Der Glaube stirbt bekanntlich zuletzt und Wunder passieren immer wieder. So beteten Jamaliah und ihr Ehemann Septi Rangkuti den jeden Tag darfür, dass sie ihre beiden Kinder, die heute 17-jährige Arif Pratama und den heute 14-jährigen Sohn Raudhatul wiederfinden würden. Wie das Wunder wahr wurde, erfahren sie demnächst bei “Punkt 12“ auf RTL.

Die Familie Rangkuti glücklich vereint beim Abendessen

Die Familie Rangkuti glücklich vereint beim Abendessen

 

Spendenmarathon – Khao Lak

Zum 15. Mal findet dieses Jahr am 18.11. der RTL Spendenmarathon statt. Moderatorin Miriam Pielhau unterstützt die „Beluga school for Life“. Dieses Jahr reiste sie wieder in das kleine Dorf Na Nai (nahe Khao Lak) / Thailand.

Miriam Pielhau und Mediawok Kameramann Francisco

Miriam Pielhau und Mediawok Kameramann Francisco

Sie weihte das von Spendengeldern neu errichtete Schulgebäude ein und besuchte natürlich dort die Kinder, die ihr alle sehr ans Herz gewachsen sind. Die 35jährige war am 26.12.2004 selbst vor Ort, als der Tsunami große Teile der südostasiatischen Küstenregion zerstörte.

Miriam Pielhau in der "Beluga School for Life"

Miriam Pielhau in der „Beluga School for Life“

 

Seezigeuner in Thailand – Heimatland Meer

Fahrt zu den Surin-Inseln, 80 Kilometer vor der Westküste Thailands. Hier leben die Seezigeuner, Moken genannt – eines der letzten echten Naturvölker der Welt.

Die Moken leben in Ihren Hausbooten auf dem Indischen Ozean und nur während der Regenzeit suchen sie Schutz auf den Surin Inseln.

Die Hausboote der Moken

Die Hausboote der Moken

Ihr wahres Zuhause ist das Meer und deshalb ist das Leben der Moken auch so außergewöhnlich.

  • Sie kennen das Meer so gut, dass sie den Tsunami voraussahen.
  • Moken können unter Wasser ohne Taucherbrille scharf sehen.
  • Und weil sie ständig mit ihren Booten auf dem Indischen Ozean unterwegs sind, hat ihr Eheleben ganz besondere Regeln

Als am 26. Dezember 2004 der Tsunami Thailand traf wurde auch das Stelzendorf der Moken komplett zerstört. Die junge Moken-Frau Pen zeigt uns vom Boot aus einen leeren Strand:

„Hier stand unser Dorf. Zwanzig Hütten in drei Reihen. Die vorderen standen im Wasser. Da kann man noch die Pfähle sehen. Die Welle hat nichts übrig gelassen.“

Als die Welle das Dorf traf, waren die Seezigeuner aber alle schon längst nicht mehr in ihren Hütten, sondern in Sicherheit oben auf dem Berg.

Pa Thong ist einer der Alten, wie alt genau, weiß er selber nicht. Ihm hat der Stamm der Moken das Überleben zu verdanken.

Pa Thong

Pa Thong

„Ich fahr zwar nicht mehr fischen, dazu bin ich schon zu alt. Aber ich kenne das Meer. Als ich gesehen habe, dass das Wasser verschwindet, hab ich allen gesagt, wir müssen jetzt rauf auf den Berg. Von oben haben wir dann drei große Wellen gesehen, die unser Dorf komplett zerstört haben.“

200 Moken wohnen momentan in dieser kleinen provisorisch neu gebauten Siedlung. Eigentlich sind sie Halbnomaden. Mit ihren Booten fahren sie über die Andamanensee,  bis Burma hoch und runter nach Indonesien – Tausende Quadratkilometer Raum.

Das Dorf der Moken auf Koh Surin

Das Dorf der Moken auf Koh Surin

Vor einigen Jahren entdeckte die schwedische Wissenschaftlerin Anna Gislen ein Phänomen. Mit den Kindern der Seenomaden tauchte sie um die Korallen. Die Kinder hatten ihren Spaß; immer wieder stießen sie hinab, zielgenau, brachten Kiesel vom Grund. Erst an Land merkte sie, was die Steinchen wirklich waren: winzige Muscheln! Wie hatten die Kinder das erkennen können?

Das menschliche Auge funktioniert normalerweise nur über Wasser, unter Wasser verliert es zwei Drittel seiner Sehfähigkeit.

Das liegt daran, dass unter Wasser das Licht gedämpfter ist. Normalerweise vergrößern sich deshalb die Pupillen automatisch.

Die Mokenkinder können aber ihre Pupille verkleinern: Wie bei einer Kamera, deren Blendenwert klein gestellt ist, erhöhen sich Tiefenschärfe und Auflösung. Bei den Mokenkindern in extremer Weise. 1,96 Millimeter – so ein kleiner Pupillenwert ist bislang für unmöglich gehalten worden.

 

Zwei bis drei Moken-Familien teilen sich solch ein Boot und leben von dem, was ihnen das Meer gibt. Fische, Muscheln und Seegurken.

Nur der Monsun treibt sie jedes Jahr nach Surin, dort bieten ihnen die Hütten Schutz vor Regen und Wind. Salama ist der Häuptling der Moken:

„Während der Regenzeit können wir nur hier in der Bucht fischen. Da gibt es nur kleine Fische oder wir setzen uns mit einer Angel da hinten auf die Felsen!“

Seine Frau Mi Sia webt während der Regenzeit Strohmatten und erklärt ein bisschen das Leben der Moken, die zum Beispiel keinerlei Zeitgefühl haben.

„Ich habe keine Ahnung wie alt ich bin, meine Eltern konnten mir das auch nicht sagen. Das ist mit den Kindern heute auch so. Wir können sagen ob sie tagsüber oder nachts geboren wurden, aber so etwas wie Wochentage, Monate und Jahre wissen wir nicht.“

Unser Kamerateam auf koh Surin

Unser Kamerateam auf Koh Surin

Mi Sia selbst hat neun Kinder und ihren Mann hat sie kennen gelernt, als das Boot ihrer Eltern zufällig dem Boot seiner Eltern begegnete. Seit dem ist er immer wieder zu ihr zurückgekommen, was bei den Moken nicht selbstverständlich ist.

„Wenn ein Mann zum Fischen raus fährt, sagt er seiner Frau wie lange er weg bleibt, also zum Beispiel 2 oder 3 Tage. Wenn er dann aber zum verabredeten Zeitpunkt nicht zurückkommt, muss die Frau 7 Tage auf ihn warten. Die anderen Männer fahren dann raus und suchen nach ihm, aber sie bleibt ihm Dorf. Und wenn er nach sieben Tagen noch immer nicht aufgetaucht ist, braucht sie nicht mehr auf ihn warten, dann kann sie sich einen Neuen suchen.“

Der Tsunami hat nicht nur das alte Moken Dorf, sondern auch viele der Hausboote zerstört. Die Seezigeuner nutzen die Regenzeit, um neue Boote zu bauen und warten darauf wieder zurückkehren zu können – nach hause aufs Meer.