Der Schlangenfänger von Bangkok

Bangkoks Bewohner bekommen oft unerwünschten Besuch von Schlangen, insbesondere Pythons.

Bangkoks Bewohner bekommen oft unerwünschten Besuch von Schlangen, insbesondere Pythons.

Insekten, Ratten, Kriechtiere – die Liste der Schädlinge, die sich in der Gesellschaft des Menschen wohl fühlen ist lang. Auf dieser Liste stehen in Thailand noch ganz andere Exemplare. Schlangenfänger Som-Pop erhält rund um die Uhr Hilferufe von Menschen, bei denen es sich schon mal eine drei Meter lange Python im Wohnzimmer bequem gemacht hat. Hingegen sind die deutschen Kammerjäger Johann Reitmeier und Tobias Käufl eher mit kleinen Ungeziefern wie Milben oder Ratten konfrontiert. Wir begleiten die Schädlingsbekämpfer in ihrer jeweiligen Heimat einen Tag lang bei der Arbeit. Wie meistern sie die Herausforderung in ihrem Arbeitsalltag, wie sind sie ausgerüstet und auf welche Ängste ihrer Kunden treffen sie.

Schlangenfänger Sompop wurde bei seinen Einsätzen schon oft gebissen.

Schlangenfänger Sompop wurde bei seinen Einsätzen schon oft gebissen.

Schweizer Zoo-Familie besucht Bangkok

Fedi, der Zoo-Direktor, seine Ex-Frau Gabi und ihr neuer Mann Rainer sind gemeinsam auf Mission in Bangkok. Sie alle arbeiten  im Walter Zoo in Sankt Gallen in der Ost-Schweiz und wollen hier ihre Kontakte mit dem thailändischen Zoo Dusit vertiefen. Ausserdem sucht Gabi auch nach neuen, exotischen Stoffen für ihre Zirkus-Show. Begleitet werden sie von Ning, der thailändischen Freundin des Trios, sie wird den Schweizern mit Rat und Tat und vor allem als Übersetzerin zur Seite stehen. Am Morgen geht es als Erstes zum Dusit-Zoo, der mitten in Bangkok liegt. Dort treffen sie auf den thailändischen Zoodirektor Herr Kanchai Sanwong.

Fedi (2.v.l.), Ning, Gabi und Rainer treffen Herr Kanchai Sanwong, Zoodirektor des Dusit-Zoos in Bangkok

Fedi (2.v.l.), Ning, Gabi und Rainer treffen Herr Kanchai Sanwong (a.l.), Zoodirektor des Dusit-Zoos in Bangkok

Dann geht’s zur Tier-Show, wo sie neben Nashornvögeln auch Schlangen und Waschbären zu sehen bekommen. Gabi wird vom Showmaster auserkoren eine Schlange auf die Schultern zu nehmen – ein Kinderspiel für sie.

Gabi wird vom Showmaster auf die Bühne gebeten, um eine Schlange auf den Arm zu nehmen

Gabi wird vom Showmaster auf die Bühne gebeten, um eine Schlange auf den Arm zu nehmen

Dieser Nashornvogel ist Teil der Tier-Show

Dieser Nashornvogel ist Teil der Tier-Show

Letzte Station „Pahurat“ – der indische Markt in Bangkok. Hier sucht Gabi neue Stoffe für die Kleidung der Angestellten und für ihre Show im Zirkus aus.

Qual der Wahl: Gabi sucht neue Stoffe für den Zirkus aus

Qual der Wahl: Gabi sucht neue Stoffe für den Zirkus aus

 

Die Top 10 der verrücktesten Thai-Gerichte

Die Thailändische Küche gilt als eine der besten der Welt. Mit Begeisterung essen Europäer hier und zu hause im Thai-Restaurant mit Verzückung Tom Yam Gung, Chicken Cashew Nuts und Pad Thai.

Allerdings gibt es auch eine Menge Thai-Gerichte, bei denen allein schon der Name Ekel hervorruft. Nick Reitmeier, Einkaufschef der Central- und Tops-Supermärkte, hat sich uns als „Lebensmittel-Stuntman“ zur Verfügung gestellt. Bewaffnet mit einem Flachmann Magenbitter hat er Thailands Märkte und Restaurants durchforstet auf der Suche nach den etwas anderen Delikatessen.

Nick Reitmeier (links) mit Cobra

Ameisenpuppen

Ameisen-Eier sind winzig klein, zumeist kaum größer als Salzkörner. Daraus schlüpfen winzige Larven, die heranwachsen und sich schließlich über ein Puppenstadium zu erwachsenen Ameisen entwickeln.

Die eiförmigen weißen Kokons von 4-6 mm Länge, die es in Thailand auf dem Markt zu kaufen gibt, werden häufig missverständlich als „Ameiseneier“ bezeichnet.

In Europa bietet der Zoohandel große Mengen getrockneter oder eingefrorener Ameisenpuppen als Fisch- oder Vogelfutter an.

In Thailand werden sie zum Beispiel in einer „Tom Yam“ – ähnlichen Suppe zubereitet.

Ameisenpuppen

Ameisenpuppen

Nick Reitmeiers Kommentar: „Überraschenderweise gar nicht schlecht. Gekocht in der Suppe haben sie einen leicht limonigen, säuerlichen Geschmack. Unangenehm ist ein bisschen die Konsistenz, die Puppen explodieren im Mund wie eine Traube. Außerdem fand ich es gewöhnungsbedürftig, dass aus einigen aufgeplatztenPuppen mich Ameisenköpfe anschauen.“

Durian

Durian ist eine stachelige Frucht, deren Name vom malaiischen oder indonesischen Wort „duri“, was Stachel oder Dorn bedeutet, stammt. Oft wird sie auch als Stink- oder Käsefrucht bezeichnet. Die Frucht ist etwa kokosnussgroß, von gelb- bis graugrüner Farbe, und trägt etwa 1 cm lange Stacheln. Das Fruchtinnere ist in vier bis sechs Segmente geteilt. Frisch vom Baum ist die Frucht wohlriechend und –schmeckend, sie entwickelt aber innerhalb von wenigen Tagen einen für die meisten Nichtthailänder unerträglichen Geruch und Geschmack. Geschmacksbeschreibungen gehen da von Käse über Kot bis hin zu Verwesung.

Durian Früchte

Durian Früchte

Nick Reitmeiers Kommentar: „Ganz frische junge Früchte gehen. Ich denke mal, entweder man liebt die Durian oder man hasst sie. Mein Geschmack ist sie nicht. Allerdings mag ich sie gerne als getrocknete Chips oder Eiskrem.“

Frosch

Zwar wird auch in Europa Frosch verzehrt – vor allem in der französischen Küche gilt er als Delikatesse – trotzdem ist er für viele ein Nahrungstabu. Auf thailändischen Märkten werden die Frösche meist lebend in Netzen verkauft – ähnlich wie bei uns zu hause die Orangen. Man findet sie aber auch schon fertig geschlachtet.

Frösche (die leben noch!)

Frösche (die leben noch!)

Während man in Europa nur die Froschschenkel verzehrt, werden in der thailändischen Küche Frösche auch im Ganzen und gefüllt serviert.

Nick Reitmeiers Kommentar: „Gut. Nichts auszusetzen. Schmeckt wie Hühnchen.“

Insekten

Insekten sind inzwischen so etwas wie eine Touristenattraktion geworden. Vor allem im Bereich der Sukhumvit und Khao San Road sieht man häufig kleine rollende Verkaufstände um die sich Urlauber drängen. Das Fotomotiv ist so beliebt, dass manche Händler inzwischen 100 Baht fürs Fotografieren verlangen. Nur die wenigsten Neugierigen probieren tatsächlich. Im Angebot sind meist Grashüpfer, Larven, Schaben und Wasserkäfer (die häufig irrtümlich für Kakerlaken gehalten werden). Die Insekten sind frittiert.

Frittierte Heuschrecken

Frittierte Heuschrecken

Nick Reitmeiers Kommentar: „Überrascht war ich vom Grashüpfer. Salzig und chillscharf. Schmeckt so ein bisschen wie eine Salzstange. Das Auge wird halt deutlich abgeschreckt – geschmacklich ist das gar nicht so schlecht. Die Würmer sind ebenfalls knusprig wie Salzgebäck, da ist nix labberiges dabei.“

Tausendjährige Eier

Tausendjährige Eier, Hundertjährige Eier oder Chinesische Eier sind eine Delikatesse der chinesischen Küche.

Zur Herstellung werden rohe Enteneier für etwa drei Monate in einem Brei aus Holzkohle, gebranntem Kalk, Salz und Wasser eingelegt. In dieser Zeit verwandelt sich das Eiweiß in eine gelatinöse, braune Masse, das Eigelb bekommt eine quarkige Konsistenz und verfärbt sich grün. Tausendjährige Eier haben einen käsigen Geschmack und Geruch und sind lange haltbar. Serviert werden sie als Vorspeise oder Snack mit Sojasauce, Essig und Ingwer.

Tausendjähriges Ei

Tausendjähriges Ei

Nick Reitmeiers Kommentar: „Der Geruch ist übelst. Das Aussehen widerlich. Für Europäer echt eklig. Es schmeckt aber immer noch wie Ei. Mit ein bisschen gebratenem Reis und Fishsauce ist es ganz essbar.“

Rinder-Plazenta

Tatsächlich wird auf  Thailands Märkten die Nachgeburt von Kühen angeboten. Für die meisten ist die Vorstellung alleine so etwas zu essen schon extrem ekelerregend. Kühe würden übrigens die Nachgeburt selbst verzehren, wenn man sie ließe, obwohl sie sonst kein Fleisch essen. Ganz besonders nahrhaft soll sie sein. Unser Tester Nick Reitmeier hat sie tapfer in Form einer kräftigen Rinderbrühe mit Einlage probiert.

Rinder-Plazenta

Rinder-Plazenta

Nick Reitmeiers Kommentar: „Komischerweise war das eine der besten Rindfleischsuppen, die ich je hatte. Die Plazenta ist offenbar tatsächlich sehr reichhaltig und so ein guter Grundstock für eine Brühe. Das Fleisch an sich ist kaum essbar, es ist sehr zäh und wie eine Schwarte.“

Qualle

Die beste Nachricht zuerst: Qualle, oder auch Jellyfish, hat absolut keine Kalorien! Qualle ist auch, entgegen aller Vorstellungen, weder glibberig, noch schleimig, noch durchsichtig, ganz im Gegenteil! Qualle wird meist gekocht oder getrocknet verkauft, das Fleisch ist weiß und fest. Nick hat Qualle als Salat probiert. Ähnlich angerichtet, wie der thailändische Meeresfrüchtesalat.

Nick Reitmeiers Kommentar:„Qualle hat sehr gut geschmeckt. Vor der Zubereitung wurde sie mehrfach gewaschen. Im Salat hat sie eine feste gallertartige Konsistenz. Geschmacklich eher auf der säuerlichen Seite“

Schlange

Kobras sind Giftnattern, und kommen in Thailand häufig vor. Das auffälligste Merkmal einer Kobra ist der spreizbare Nackenschild, der in der Drohhaltung ausgebreitet wird. Die Thai-Chinesen glauben daran, dass der Verzehr einer Kobra Stärke und Energie verleiht – vor allem sexuell. Es gilt also als Aphrodisiakum. Unser Tester berichtet allerdings nur unter kulinarischen Gesichtspunkten.

Nick Reitmeiers Kommentar: „Das Fleisch ist gut – es schmeckt wie Hühnchen. Diesmal habe ich es gebraten gegessen, da ist es recht zäh. Ich habe es schon mal in China als Suppe probiert, da hat es mir besser geschmeckt. Durch das Kochen in der Suppe wird das Fleisch schön weich.“

Skorpion

Skorpione gehören zu den Spinnentieren. Übrigens gibt es nur ganz wenige Arten deren Stich für den Menschen tödlich sein kann. Trotzdem muss man sie ja nicht gleich essen, denkt man. Erhältlich sind die Skorpione bei den selben Händlern, die auch Insekten verkaufen. Sie gelten vor allem bei Rucksackreisenden als die ultimative Mutprobe und sind beliebtes Fotomotiv. Die Skorpione sind frittiert und garantiert nicht mehr giftig.

Skorpion als Snack

Skorpion als Snack

Nick Reitmeiers Kommentar: „Skorpione schmecken genauso wie die Insekten – also wie Salzgebäck. Allerdings ist der Panzer relativ stark. Zerbeißt man ihn, hat man lauter scharfe Splitter im Mund, die bleiben überall hängen. Kein positives Erlebnis!“

Pla Ra

Pla Ra ist fermentierter Fisch und besonders im Nordosten Thailands – im Isaan – sehr beliebt. Dort wird es oft dem Som Tam Salat (Papayasalat) beigemischt. Pla Ra wird hergestellt, indem man Fisch, Salz und gerösteten Reis für drei Monate in einem Topf fermentieren lässt. Und ja genau so schmeckt und riecht es auch. Nichts für empfindliche Nasen.

Pla Ra

Pla Ra

Nick Reitmeiers Kommentar: „Der absolute Horror. Das Ekligste was ich je im Mund hatte. Die Soße allein ist vielleicht noch auszuhalten. Allerdings sind die Fischstücke ganz schlimm. Die Konsistenz wie Leder, der Geschmack: pure Verwesung. Katastrophal widerlich!“

Dreharbeiten auf dem Khlong Toey Markt

Dreharbeiten auf dem Khlong Toey Markt