Das Torsomädchen

Als Nong Noey vor vier Jahren zur Welt kam, brach für ihre Eltern zunächst eine Welt zusammen. Das Mädchen wurde ohne Arme und Beine geboren, genauer gesagt nur mit einem halben Armstumpf. Seitdem ist sie in ganz Thailand berühmt als „das Torsomädchen“. Was sich nach tragischem Schicksal anhört, hat sich zum Glück aber in eine positive Geschichte entwickelt.

Die kleine Noey wurde nur mit einem Armstumpf geboren.

Die kleine Noey wurde nur mit einem Armstumpf geboren.

Nong Noey ist, trotz ihres Schicksals, ein fröhliches und starkes Mädchen mit einem sehr wachen Verstand. Natürlich hat die Familie mit vielen Hürden und Schwierigkeiten zu kämpfen, doch diese versuchen sie alle – stets mit einem Lächeln im Gesicht – zu meistern. Nong Noey hat in ihren jungen Jahren nämlich schon so Einiges erlebt und geschafft. Dank der vielen Fernsehauftritte erfährt sie für ihren Mut viel Zuspruch und die Anteilnahme in ganz Thailand ist groβ. Alleine auf ihrer Facebook-Fanpage ist die kleine Nong Noey mit knapp 35.000 Fans schon ein echter Star.

Wie sie trotz ihrer Behinderung versucht, ein normales Leben zu führen, sehen Sie heute Abend auf RTL Explosiv.

Nong Noey spielt mit ihrere Mutter Nahm mit Barbiepuppen.

Nong Noey spielt mit ihrer Mutter Nahm mit Barbiepuppen.

Hochzeit mit einer Leiche

Chadil mit seiner geliebten Sarinya bei der Hochzeit, die auch gleichzeitig Beerdigung war

Chadil mit seiner geliebten Sarinya bei der Hochzeit, die auch gleichzeitig Beerdigung war

Ein junger Mann heiratet seine tote Freundin. Romantisch bis über den Tod hinaus oder einfach krank?

Anfang Januar verbreitete sich das Foto von Chadil Yinguen, auch Deffy genannt, wie ein Virus auf den Seiten Facebooks. Insgesamt wurde es über 50.000 Mal im Internet geteilt. Auch zahlreiche internationale Zeitungen aus Australien, Amerika und Europa berichteten über die morbide Hochzeit.

Sarinya bekommt einen letzten Kuss von Chadil

Sarinya bekommt einen letzten Kuss von Chadil

Steht er auf Gothic oder betet gar den Teufel an? Als ich Chadil zum ersten Mal treffe, bewahrheiten sich keine meiner Vermutungen. Ein ganz normaler, junger Mann. Er arbeitet beim Film, interessiert sich für Musik und verkauft am Wochenende Antiquitäten auf dem hippen „Train Market“ in Bangkok. Er wirkt aufgeschlossen und interessiert, nur wenn er von seiner Freundin spricht, wirkt er traurig, aber gefasst.

Der Unfall ereignete sich am 19. Dezember 2011. Sarinya Khamsuk war in Bangkok  mit einem Motorradtaxi unterwegs, als dieses mit einem anderen Fahrzeug zusammenstiess. Sie lag  zwei Wochen im Koma, bevor sie aufgrund ihrer Verletzungen verstarb.
Chadil hatte nie die Gelegenheit noch einmal mit ihr zu sprechen, noch einmal ihr Lächeln zu sehen oder ihr zu sagen, wie sehr er sie liebt.

Die beiden waren seit knapp zehn Jahren ein Paar und hatten beschlossen zu heiraten. Jedoch sollte dies erst in sieben Jahren geschehen, beide fühlten sich noch nicht bereit und zuerst wollte Chadil sein Studium beenden.

Auf immer und ewig: Sarinya und Chadil

Auf immer und ewig: Sarinya und Chadil

„Einmal sagte Sarinya im Spaß, dass sie bis dahin vielleicht schon tot sei. Ich habe mir nichts dabei gedacht. Sie war ja lebendig“, erzählt Chadil. Doch diese Erinnerung versetzt ihm jetzt einen tiefen Schmerz. Er bedauert, dass er seine Gefühle ihr gegenüber nie so offenbart hatte, wie sie das immer getan hat. Er sei, dafür einfach nicht der Typ. Aber nun wollte er zeigen, wieviel sie ihm bedeutete.

Aus der Beerdigung machte er gleichzeitig eine Hochzeit. Die Gäste waren  verwirrt. Sie fanden die junge Sarinya aufgebahrt und geschminkt in einem weißen, kurzen Hochzeitskleid aus Spitze, weiße, gemusterte Strumpfhosen und ebensolche Spitzenhandschuhe. Chadil selbst trug einen schwarzen Frack und Zylinder.

Chadil Deffy (rechts) während des Drehs in Surin mit seiner, Mutter Bunapaa Yuenying und dem besten Freund des Pärchens, Khomsan Thima (links)

Chadil Deffy (rechts) während des Drehs in Surin mit seiner, Mutter Bunapaa Yuenying und dem besten Freund des Pärchens, Khomsan Thima (links)

Nachdem er eine kurze Rede hielt, tauschte er mit der reglosen Braut Ringe aus und küsste sie. „Ich hatte gar nicht das Gefühl, dass ihr Körper schon kalt war. Das habe ich gar nicht so richtig wahrgenommen. In dem Moment habe ich nur gedacht, das ist die Frau, die ich liebe. Und sie sah auch nicht aus wie eine Leiche, sondern wie meine Freundin, die schläft.“

Als romantisch empfindet Chadil seine Tat nicht. Es war ihm wichtig es zu tun, weil er überzeugt ist, dass es richtig war. Er hatte ihr versprochen sie zu heiraten, und dieses Versprechen hat er gehalten.